Hunde sind keine maschinell hergestellten Produkte,
es gibt für sie keine standardisierte Qualitäts-Kontrolle.

Sie sind Lebewesen, geboren aus zwei anderen Lebewesen, die beide nicht perfekt sein können.

Es gibt also keine lebenslange Garantie auf Gesundheit !

PRA
Progressive Netzhautatropie beim Amerik. und Engl. Cocker Spaniel

Prcd-PRA ist eine genetische Störung, die verursacht, daß die Zellen in der Retina im Hintergrund des Auges degenerieren. Zuerst scheinen die Zellen normal zu wachsen, dann jedoch verlieren sie langsam ihre normale Funktion. Im schwachen Licht arbeiten die Zellen erst noch normal. Dann entsteht Nachtblindheit. Die meisten befallenen Hunde können später blind werden. Der Augenarzt kann die Krankheit beim heranwachsenden Cockeroder später im frühen erwachsenen Alter feststellen. Der Ausbruch der Krankheit variiert zwischen den einzelnen Rassen. Die Diagnose von PRA kann schwierig sein. Es ist wichtig, nicht alle Retinal-Erkrankungen sind PRA und nicht alle PRA sind prcd. Der Gentest sorgt dafür Klarheit. Prcd-PRA ist angeboren. Das kranke Gen wird von den Elterntieren vererbt. Die Eltern sind entweder Träger oder klinisch krank. Ein Träger hat ein normales und ein krankes Gen. Ein klinisch krankes Tier (die Kranheit muss noch nicht ausgebrochen sein), hat zwei kranke Gene. Ein gesundes Tier hat keine kranken Gene und kann auch niemals die Krankheit vererben. Um hier Klarheit zu erlangen, ist es für den Züchter ratsam, die Elterntiere zu testen. Um gesunde Welpen zu erzeugen ist es ratsam, Träger und klinisch kranke Cocker nur mit gesunden Cockern zu verpaaren. Ein erkranktes Tier ist von der Zucht ausgeschlossen.

Wir unterscheiden hier: 

Genotyp A - normal - clear
Genotyp B - Träger - carrier
Genotyp C - genetisch krank - affected

Die Vererbung erfolgt wie folgt:

C x C = C (alle Welpen sind genetisch krank)
C x B = 1/2 C, 1/2 B (die Hälfte der Welpen sind genetisch krank, die andere Hälfte sind Träger)
C x A = B (alle Welpen sind Träger)
B x B = 1/4 C, 1/4 A, 1/2 B (1/4 der Welpen sind genetisch krank, 1/4 sind gesund, 1/2 sind Träger)
A x B = 1/2 A, 1/2 B (die Hälfte der Welpen sind gesund, die andere Hälfte sind Träger)
A x A = A (alle Welpen sind gesund)

Quelle: Optigen und Welfare Report März 2006 des Cocker Spaniel Club, England

  

FN -  Familial Nephropathy
Es handelt sich hierbei um eine immer tödlich verlaufende Nierenerkrankung.

Die Krankheit ist bei der Welpenabgabe nicht zu erkennen und entwickelt sich in 6 bis 24 Monaten derart, daß der Junghund eingeschläfert werden muss. Eine Behandlung ist nicht möglich. Die ersten Anzeichen treten im Alter von 12 Wochen bis etwa einem Jahr auf. Der chronische Nierenausfall äußert sich u.a. durch erhöhte Feuchtigkeitsaufnahme, übermäßiges Urinvolumen, verringertes Wachstum, fehlende Gewichtszunahme (Gewichtsverlust), schlechte Haarqualität, Durchfall, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Im Blutbild des jungen Hundes zeigen sich hohe Proteinwerte.

Aus der internationalen Spanielzucht wird von vielen Fällen berichtet. In Deutschland sind nur wenige Fälle bekannt. Die Erbkrankheit ist seit 50 Jahren beim Englischen Cocker Spaniel bekannt.

Dennoch ist der Gentest für FN noch sehr neu und wird auf Dauer mehr Aufschluß über die Verbreitung dieser Krankheit bringen und zur besseren Bekämpfung dienen. Eine endgültige kliniksche Diagnose kann erst nach dem Tod durch Prüfung des Nierengewebes festgestellt werden. 

FN wird rezessiv vererbt, d.h. beide Elterntiere müssen Träger dieser Gene sein. FN wird geschlechtsunabhängig vererbt.

 Angeborene Herzfehler

Ein angeborener Herzfehler wird in vielen Fällen von den Elterntieren vererbt. Dabei muss das Problem nicht unbedingt bei den Eltern auch auftreten. Es gibt aber auch angeborene Herzfehler, die nicht vererbt wurden. Jede Störung in der Entwicklung des Embryos (Gifte, physikalische Einwirkungen) kann zu Fehlbildung von Organen führen. Auch spontane Veränderungen der Gene eines einzelnen Tieres sind möglich.
 
Persistierender Ductus arteriosus
Der Ductus arteriosus ist eine Verbindung zwischen der Hauptschlagader (Aorta) und der Lungenschlagader. Diese Verbindung besteht bei allen ungeborenen Hunden und Katzen. Sie ist für die Körperfunktionen des Embryos und Fetus notwendig. Normalerweise schließt sich der Ductus arteriosus (auch Ductus Botalli genannt) kurz nach der Geburt. Geschieht dies nicht, fließt ein Teil des Blutes aus der Hauptschlagader nicht wie gewünscht in den Körper, sondern in die Lunge. Dadurch werden der Lungenkreislauf und das linke Herz mit mehr Blut versorgt als normal. Wird der persistierende Ductus arteriosus nicht künstlich verschlossen, kommt es in den meisten Fällen durch dieses Überangebot an Blut innerhalb der ersten Lebenshälfte zum Herzversagen. Bei einem rechtzeitigen Verschluss ist ein normales Leben möglich.
 
Wie wird ein angeborener Herzfehler diagnostiziert ?
Der erste Hinweis auf einen angeborenen Herzfehler findet sich meist bei der Untersuchung eines Jungtieres beim Tierarzt anlässlich eines Routinebesuchs. Viele (aber nicht alle) angeborenen Herzfehler produzieren anormale Herzgeräusche, die beim Abhören des Herzens auffallen. Einige Welpen bleiben auch in der Entwicklung hinter ihren Wurfgeschwistern zurück. In schweren Fällen kann es auch zu verminderter Leistungsfähigkeit, Kollaps und Blauverfärbung der Schleimhäute kommen. Für die Diagnose sind Röntgen des Brustkorbs, EKG und insbesondere Herzultraschall notwendig. In einigen Fällen kann eine Kontrastdarstellung des Herzen und der großen Gefäße sinnvoll sein. Dies wird jedoch nur in Spezialeinrichtungen durchgeführt.

 

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